Kategorien
Schulleben

Tiergestützte Pädagogik: Kunst, Natur und Konzentration

Ein besonderer Ranch-Tag im Wald

Ein weiterer Freitag auf der Ranch stand diesmal ganz im Zeichen von Leseverstehen, Biologie, Kunst und Teamarbeit. Da für diesen Tag hochsommerliche Temperaturen angekündigt waren, hatte Frau Gust den Kindern freigestellt, ob sie den Ranch-Tag besuchen oder lieber zu Hause bleiben möchten. Das Ergebnis überraschte alle: Bis auf zwei Kinder wollten alle dabei sein – und sie sollten recht behalten. Während es in der Stadt kaum auszuhalten war, boten der schattige Wald und der kleine Bach auf der Ranch ideale Bedingungen für einen abwechslungsreichen Lerntag.

Nachdem unsere Stallbosse und Pferdepflegebosse ihre Aufgaben rund um die Versorgung der Pferde zuverlässig erledigt hatten, begann der Lernteil. Das Kind, das die Lerneinheit vorbereiten durfte, hatte von Frau Gust wieder umfangreiche Materialien erhalten und führte die Gruppe durch die einzelnen Arbeitsschritte.

Unter dem Motto „Das Wald-Mandala“ entstand zunächst ein gemeinsames Naturkunstwerk. Dazu sammelten die Schülerinnen und Schüler im Wald verschiedene Naturmaterialien wie, Blätter, Rinde, Moos oder kleine Äste. Dabei lernten sie ganz nebenbei, achtsam mit der Natur umzugehen: Es wurde nichts von lebenden Pflanzen abgerissen, sondern ausschließlich gesammelt, was bereits auf dem Waldboden lag.

Anschließend gestalteten die Kinder aus ihren Fundstücken ein großes, kreisförmiges Mandala. Gemeinsam überlegten sie, wie die Materialien symmetrisch angeordnet werden müssen, damit ein harmonisches Kunstwerk entsteht. Dabei waren Kreativität, Konzentration und Teamarbeit gleichermaßen gefragt.

Doch damit war die Herausforderung noch nicht beendet. Nun folgte die Präzisions-Challenge: Nacheinander führten die Schülerinnen und Schüler ihr Pferd in Zeitlupe um das fertige Mandala herum. Ziel war es, den Führstrick locker zu halten, das Pferd ruhig und gelassen zu begleiten und gleichzeitig darauf zu achten, dass kein Huf das Kunstwerk berührte. Diese Aufgabe verlangte höchste Aufmerksamkeit, feine Kommunikation zwischen Mensch und Pferd sowie ein großes Maß an gegenseitigem Vertrauen.

Zum Abschluss beobachteten sich die Kinder gegenseitig und gaben sich wertschätzendes Feedback. Gemeinsam wurde reflektiert, was bereits besonders gut gelungen war und worauf beim nächsten Mal noch geachtet werden kann.

So verband dieser Ranch-Tag auf eindrucksvolle Weise Naturerlebnis, künstlerisches Gestalten, achtsamen Umgang mit den Pferden und wichtige Kompetenzen wie Konzentration, Kooperation und Verantwortungsbewusstsein – und zeigte einmal mehr, dass nachhaltiges Lernen oft dort entsteht, wo Unterricht und Natur miteinander verschmelzen.