Alexander von Humboldt war Zeit seines Lebens neugierig. Er wollte die Welt entdecken, fremde Kulturen kennenlernen, Menschen begegnen und seinen Horizont erweitern. Seine Reisen waren geprägt von Offenheit, Wissensdurst und dem Wunsch, Neues zu verstehen. Ganz in diesem Sinne möchten wir als Alexander-von-Humboldt-Realschule künftig besondere Studien- und Begegnungsreisen unter der Überschrift „Humboldt will es wissen“ vorstellen.
Den Auftakt machte eine Reise unseres Kollegiums in die türkische Metropole Istanbul. Zwölf Kolleginnen und Kollegen machten sich auf den Weg, um eine faszinierende Stadt kennenzulernen, die Europa und Asien miteinander verbindet und wie kaum eine andere für kulturelle Vielfalt, Geschichte und Begegnung steht. Bereits der Besuch des beeindruckenden Topkapi-Palastes ließ die Geschichte des ehemaligen Osmanischen Reiches lebendig werden.
Ebenso beeindruckten die zahlreichen Moscheen, die wir besichtigten und die einen Einblick in Religion, Architektur und Kultur des Landes ermöglichten. Vom Fernsehturm aus konnten wir den Blick über die Millionenmetropole schweifen lassen und die gewaltigen Ausmaße Istanbuls bestaunen. Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung der prächtigen Çamlıca-Moschee auf der asiatischen Seite der Stadt.
Besonders wertvoll war der Besuch einer türkischen Schule, an der Deutsch als Schwerpunktfach unterrichtet wird. Trotz laufender Prüfungen im Hörverstehen wurden wir vom Schulleiter sowie den Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft Deutsch außergewöhnlich herzlich empfangen. Wir erhielten Einblicke in den Unterricht, konnten mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kommen und uns über schulische Anforderungen austauschen. Beeindruckt waren wir vor allem vom hohen Sprachniveau der Jugendlichen: Bereits in den Jahrgangsstufen 8 und 9 erreichten viele Schülerinnen und Schüler die Niveaustufen B1 beziehungsweise B2.Darüber hinaus bot der Besuch zahlreiche Gelegenheiten zum fachlichen Austausch zwischen den Schulleitungen sowie den Kolleginnen und Kollegen beider Schulen. Die Gespräche über Unterricht, Schulentwicklung und die Förderung von Mehrsprachigkeit eröffneten interessante Perspektiven und neue Denkanstöße für die eigene schulische Arbeit.
Natürlich durfte auch das Erleben der Stadt selbst nicht fehlen. Wir erklommen den Galataturm, schlenderten über die berühmte Istiklal-Straße und tauchten auf dem Großen Basar sowie dem Ägyptischen Basar in die farbenfrohe Welt der Händler, Gewürze und Düfte ein. Für kulinarische Entdeckungen sorgte unter anderem der berühmte San-Sebastian-Cheesecake, der bei vielen von uns einen bleibenden Eindruck hinterließ. Für besondere Heiterkeit sorgte eine Begegnung mit einer Volkstanzgruppe. Dort glaubte das Kollegium plötzlich, eine Doppelgängerin von Frau Gust entdeckt zu haben. Die Ähnlichkeit war so verblüffend, dass nicht nur wir, sondern auch die Mitglieder der Tanzgruppe herzlich darüber lachen mussten.
Ein weiteres Erlebnis war die Fahrt vom europäischen auf den asiatischen Teil der Stadt. Gerade diese Verbindung zweier Kontinente macht den besonderen Reiz Istanbuls aus. Den Abschluss unserer Reise bildete schließlich die Fahrt zum Flughafen Istanbul Sabiha Gökçen – nicht über die Autobahn, sondern größtenteils mit der Fähre über den Bosporus. So konnten wir die beeindruckende Skyline der Stadt noch einmal vom Wasser aus genießen. Neben den kulturellen Eindrücken wird uns vor allem die außergewöhnliche Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen in Erinnerung bleiben. Überall wurden wir mit großer Offenheit, Höflichkeit und echtem Interesse empfangen. Diese Begegnungen haben uns tief beeindruckt und waren für viele von uns ebenso wertvoll wie die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die gewonnenen Eindrücke, Erfahrungen und geknüpften Kontakte werden nun in die weitere Schulentwicklung und die internationale Ausrichtung unserer Schule einfließen.
Ganz im Sinne Alexander von Humboldts haben wir entdeckt, gelernt, gestaunt und unseren Horizont erweitert. Wir blicken auf erlebnisreiche Tage voller neuer Eindrücke, spannender Begegnungen und wertvoller Erfahrungen zurück – und freuen uns schon auf die nächste Reise. Denn eines ist sicher: Humboldt will’s wissen!










